TÜV Hessen-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Gehrke (links) präsentiert das Erfurter
Bildungszentrum (ebz), das mit seinen angeschlossenen Unternehmen ein
umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot anbietet.

TÜV Hessen zeichnet Unternehmen für 10 Jahre TÜV-Zertifizierung aus
Heute haben sich Qualitätszertifikate längst weltweit durchgesetzt. Bereits über eine Million Mal wurden Unternehmen, Vereine, Behörden und andere Organisationen in mehr als 160 Ländern beispielsweise nach ISO 9001 zertifiziert, dem bekanntesten von rund 17.000 Standards der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Keine andere ISO-Norm ist annähernd so bekannt wie diese. Unternehmen, die nach ISO 9001 zertifiziert werden, lassen sich bestätigen, dass sie bestimmte Maßstäbe des Qualitätsmanagements einhalten. So auch die in Darmstadt anwesenden 30 meist mittelständischen Firmen, die dem TÜV Hessen seit mehr als einer Dekade die Treue halten – und umgekehrt.
Schnell wurde deutlich: Zertifizierungen des TÜV Hessen sind längst eine Erfolgsgeschichte – auch wenn das ehemals erste ausgezeichnete Unternehmen, ein Laborgerätehersteller aus dem südhessischen Seeheim, heute nicht mehr zu den Kunden des TÜV Hessen zählt. "Es wurde inzwischen aufgekauft, umgesiedelt und in das Verbundsystem des Käufers eingliedert, das leider durch eine andere Zertifizierungsgesellschaft betreut wird", erklärte Walter den Verlust des einstigen Pioniers.
TÜV Hessen-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Gehrke (links) präsentiert das Erfurter
Bildungszentrum (ebz), das mit seinen angeschlossenen Unternehmen ein
umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot anbietet.
Der Gastgeber erinnerte weiter an die Anfänge: Im Jahr 1994 startete das damals neue Geschäftsfeld im TÜV Hessen mit 19 Unternehmen, die sich zertifizieren ließen. Ein Jahr später waren es 70 Erstzertifizierungen, 1997 verteilten die TÜV-Auditoren bereits 123 Qualitätssiegel. Dabei schauen sich die Auditoren die Prozesse im Unternehmen genau an, vom ersten Kundenkontakt bis zur Rechnung. Wichtig sind etwa klare Verantwortlichkeiten, Prozessfestlegungen, und auch die Informationsflüsse müssen geregelt sein. Generell wird ein Zertifikat für drei Jahre vergeben, ein jährlicher Check inbegriffen. Insgesamt seien heute über 100.000 Zertifikate in Deutschland auf dem Markt, schätzt Walter. Mit einem Zertifikat kann ein Unternehmen Kunden bestätigen, dass die Abläufe klaren Regeln folgen, die auch überwacht werden. Außerdem vermittelt das Unternehmen, dass es seine Tätigkeit permanent überdenkt und überprüft.
Längst prüfen die Auditoren des TÜV Hessen nicht mehr nur Industriebetriebe: Inzwischen sind unter den geprüften Firmen viele Dienstleister, was auch bei dem Festakt in Darmstadt deutlich wurde: Dazu zählen Wohnungsgesellschaften, Möbeltransportbetriebe und Bildungseinrichtungen.
Überraschend ist die Bandbreite der Unternehmen, die ihre Systeme für ein TÜV-Zertifikat betreiben: Sie reicht vom Hersteller von Medizinprodukten zur Zahnaufhellung über große Autmobilzulieferer bis hin zum Produzenten von Reha-Hilfen für Schwerstbehinderte.
Die TÜV-Kunden zeigten sich sehr zufrieden mit der langjährigen Arbeit ihres Zertifizierers. Die Entwicklung der Kundenzufriedenheit werde durch den TÜV Hessen regelmäßig erhoben und einmal jährlich aktualisiert ins Internet gestellt. Nutzer des TÜV KNOW-HOW CLUB können dies im Mitgliederbereich des erst kürzlich runderneuerten Webauftritts nachlesen.
Helmut Hund, geschäftsführender Gesellschafter der Helmut Hund GmbH in Wetzlar,
dankt dem TÜV Hessen für die langjährige gute Zusammenarbeit und präsentiert
stellvertretend für die 30 anwesenden Unternehmen die Adam OPEL GmbH
Stellvertretend für die anwesenden Unternehmen dankte Helmut Hund dem TÜV Hessen für die stets gute Zusammenarbeit bei den Audits. Der geschäftsführende Gesellschafter der gleichnamigen Gesellschaft in Wetzlar, die Sensoren und Messgeräte zur Wahrnehmung gefährlicher Substanzen entwickelt und fertigt, stellte einige der ausgezeichneten Unternehmen kurz vor. Daneben präsentierten auch Dr. Wolfgang Gehrke und der Ehrengast des Abends, der Zukunftsforscher Dr. Pero Miçiç, die Unternehmen, deren Vertreter aus weiten Teilen Deutschlands angereist waren. Überreicht wurden die Zertifikate durch die TÜV-Auditoren Dirk Arzig, Michael Genschka, Andreas Fuchs (alle Darmstadt) und Volker Sputh (Arnstadt). Unterstützt wurde die Verleihung von Peter Ries.
Michael Genschka, Experte für Arbeitssicherheits-Managementsysteme und
TÜV-Auditor, überreicht ein Zertifikat an Matthias Gaismaier von der Kirchner-Gruppe
in Bad Hersfeld. Das Unternehmen ist vor allem durch Straßenbaumaßnahmen bekannt
Deutschlands führender Zukunftsanalyst Pero Mićić begeistert mit Zukunftsvisionen
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Dr. Pero Mićić gilt als ein führender Experte für Zukunftsmanagement. Der Inhaber des Eltviller "Instituts für Zukunftsmanagement" und Vorstand der "Future Management Group AG" berät große Konzerne und führende Mittelständler zu Fragen der unternehmerischen Zukunftsforschung und der praktischen Umsetzung von Zukunftswissen in das strategische Management. Er sprach über systematische Weitsicht und Konsequenzen für das Handeln, die sich aus der Beschäftigung mit der Zukunft ergeben. Wichtigste Erkenntnis dabei: "Die Zukunft kannst du heute schon sehen". Und weiter: "Das haben Sie im Grunde genommen alles im Kopf, nur vielleicht ein bisschen anders sortiert." |
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Sein Vermittlungsziel deshalb: "Wir müssen die Zukunftsforschung als Ressource nutzen und auf den Wolken der Zukunftsforscher unser Fundament bauen." So brauche man Wissen über die Gegenwart und Annahmen für künftige Entwicklungen. "Wir sind Kapitäne, schauen raus aufs Meer, auf den Horizont!" Fragen müssten lauten: Was kommt wahrscheinlich auf uns zu? Und was macht das mit uns, was heißt das für unsere Firma, welche Konsequenzen hat das für unsere Produkte und Dienstleistungen?
"Wir wollen die Zukunft nicht voraussagen, sondern sehen". Und zwar mithilfe von fünf Brillen, die den Blick schärfen: Voraussehen, was sein wird; Sehen, was machbar ist; Sehen, wohin die Reise geht (Visionen); Vorausschauend Alternativen im Falle von Diskontinuitäten einplanen, und letztlich der Blick für konkrete Strategieentwicklung, die sich direkt im Terminkalender, also in Sofortmaßnahmen, niederschlägt. Wie wichtig der tägliche Blick durch diese fünf Brillen ist, verdeutlichte Mićić abschließend: "Wir müssen Zukunft nicht nur vordenken, sondern uns unsere Zukunftsfragen bewusst machen - denn darauf verwetten wir tagtäglich unsere Firma."
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